Solingerin des Jahres 2019

Monika Luft

Die Frau, die wir heute mit der Silbernen Hexe auszeichnen wollen ist ein waschechtes Solinger Kind. 1944 in der Klingenstadt geboren, ist sie am Katternberg zur Schule gegangen.
Lesen, schreiben und rechnen hat sie bei Junglehrer Gerd Kaimer gelernt, der später als Oberbürgermeister 13 Jahre lang die Geschicke unserer Stadt lenkte. Nach der Volksschule besuchte sie die Frauenfachschule in Mittelgönrath, heute Mildred -Scheel-Berufskolleg. Gerne hätte sie damals eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, aber der Vater überredete sie doch lieber etwas ganz Solides zu lernen und so wurde sie Bankkauffrau bei der Stadtsparkasse.
Die Frauenfachschule hat sie gerne besucht. Sie lobt besonders den Kunstunterricht, den sie dort genießen durfte. Sie sagt: Der Unterricht hat mich stark geprägt. Er hat mir die Tür geöffnet in die Welt der Malerei und der Museen. Ihr Interesse an der bildenden Kunst führte sie auch schon früh in die Kölner Museen.

Als der Sohn aus dem Haus war, war es für sie dann auch kein so großer Schritt mehr, sich ehrenamtlich an einem Ort zu engagieren, an dem die Kunst zu Hause ist. An einem Ort, der ein besonders ästhetischer und zugleich politischer Ort ist. Ein Kunstmuseum, das sich dauerhaft mit verfolgten Künstlern/innen auseinandersetzt und auch der Frage nach der Ursache der Verfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus nach geht und in dem, das soll hier nicht unerwähnt bleiben die Hexen im 23. Jahr die Walpurgisnacht feiern, um mit dem Erlös des Festes Frauen in Notlagen schnell und unkompliziert zu helfen.

Und wie ist unsere Solingerin des Jahres 2019 in dieses Haus gekommen?
1998 hatte Museumsleiter R. Jessewitsch einen Aufruf im Solinger Tageblatt gestartet. Er suchte ehrenamtliche Kräfte zum Aufbau eines Museumsshop nach dem Vorbild des von-der Heydt Museums in Wuppertal. Diesem Aufruf ist die Frau, die wir heute ehren vor 20 Jahren gefolgt.
Anfänglich,sagt sie wurde das Ehrenamt von den festangestellten Mitarbeiterinnen durchaus mit Mißtrauen begleitet, weil die Angst um den bezahlten Job Unsicherheit auslöste.
Bei unserer ersten Kontaktaufnahme lehnt die Ehrenamtlerin, die in Aussicht gestellte Ehrung rundweg mit der Begründung ab: Ich kenne so viele Frauen, die eine Auszeichnung viel eher verdient hätten. Frauen, die sich dort einsetzen, wo es ganz und gar nicht schön ist, die in einem sozialen Umfeld wirken, wo Not, Elend und Krankheit zu Hause sind. Ich dagegen wirke in einer schönen Umgebung , die ich selbst mitgestalten darf. Sie sagt aber auch und man nimmt es ihr sofort ab: Gerne würde ich mich auch um Kinder kümmern und Alleinerziehenden im Alltag meine Hilfe anbieten. Sie findet auch Obdachlose haben es verdient geachtet, beachtet und betreut zu werden. Ich fühle mich in meinem Ehrenamt privilegiert
Wer sich im Museumsshop umschaut erkennt sofort, dass hier mit viel Gespür für schöne Dinge Außergewöhnliches angeboten wird. Ein Sortiment an attraktiven Geschenkideen und originellen Mitbringseln, die so nicht überall zu finden sind. Unsere Solingerin des Jahres 2019 fährt dafür seid 2 Jahrzehnten zu Messen und kauft Entsprechendes ein.
Dass der Laden salopp gesagt so gut läuft macht mich froh, aber und das betont sie mit Verve, das ist nicht mein alleiniger Verdienst, denn 17 weitere Ehrenamtlerinnen tragen mit dazu bei. Frauen, die sich mit mir zusammen für das Kunstmuseum einsetzen; bei vielen Wochenend- und Abendveranstaltungen im Einsatz sind. Das was wir leisten, geht nur im Team.
Wenn es diese engagierten Frauen nicht gäbe, wäre im kulturellen Bereich Solingens vieles gar nicht möglich.
Wer an den Dingen seiner Stadt keinen Anteil nimmt ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger. Diese 2000 Jahre alte Erkenntnis des griechischen Philosophen und Staatsmann Perikles hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren. Monika Luft und ihre Mitstreiterinnen nehmen aktiv Anteil am kulturellen Geschehen in unserer Stadt.
Stellvertretend für alle ehren wir die dienstälteste der Museumsfrauen heute mit der Silbernen Hexe, die Vera Günther, unsere Solingerin des Vorjahres ihr gleich anstecken wird.
Begrüßt mit mir herzlich Monika Luft!

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